Bauen im Bestand: Sporthalle Köln-Wahn

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Effizient modernisiert mit VHF:

Schulsporthalle energetisch stark und schick gemacht.

Hingucker-Gebäudehülle in Köln: Hoesch Siding Plus Fassadenelement mit Unterkonstruktion überzeugt durch Leichtigkeit und 20 Prozent Kostenersparnis.

Nach fast einem halben Jahrhundert waren frische Ideen gefragt. Denn die 1970 erbaute Schulturnhalle in Köln-Wahn machte optisch und vor allem in puncto energetischen Anforderungen keine gute Figur mehr. Damit die Schüler der Realschule, dem benachbarten Gymnasium und natürlich auch die zahlreichen Vereinssportler weiter ihre Halle nutzen konnten, entwickelte das Kölner Büro von AIB Architekten Ingenieure Billstein eine beeindruckende Idee, die das Gebäude nicht nur energieeffizienter, sondern auch zum visuellen Highlight macht.

„Die Herausforderung bei der Gestaltung und Dämmung bestand insbesondere in den zwei unterschiedlichen Fassadenbereichen. Unten eine Betonmassivwand und in der oberen Hälfte ein überstehendes Stahltragwerk mit Stützen und alter Dämmung“, erinnert sich David Billstein, Geschäftsführer von AIB Köln. „Wir wollten ganz bewusst diese zwei unterschiedlichen Fassadenbereiche aufheben. Es sollte durchgängig, also eine Ebene sein.“ Dafür kam auf der oberen Fläche der insgesamt 1.400 Quadratmeter großen Gebäudehülle ein ausgedämmtes Kassettensystem zum Einsatz. „Wir brauchten aber vor allem ein besonders leichtgewichtiges, stabiles Fassadensystem, das die hohen Ansprüche erfüllt“, erläutert David Billstein. Auch die Verwendung brennbarer Materialien was ausgeschlossen. Schließlich handelte es sich um ein mehrstöckiges Gebäude als Versammlungsstätte – mit zwei Turnhallen unten und darüber einer großen Dreifachturnhalle mit Tribüne.
„Hinzu kamen natürlich unsere gestalterischen Ideen, die Farbenvariationen und Einsatzflexibilität erforderten. Für mich ganz persönlich war auch wichtig, dass das eingesetzte System nach Jahrzehnten komplett recyclebar ist. Das alles erfüllte das vorgehängte hinterlüftete Fassadensystem aus Stahl, Hoesch Siding Plus hervorragend. Die dazugehörige Unterkonstruktion ließ sich zudem im oberen Bereich an den vorhandenen gebogenen Stegen befestigen und natürlich auch absolut problemlos auf der Massivwand im unteren Bereich.“

In der Flexibilität liegt die Kraft
Bevor es jedoch an die schnelle Montage ging, stand auch die visuelle Planung der Gebäudehülle an. Dafür nutzte AIB Köln die Gestaltungsfreiräume, die die Hoesch Siding Plus möglich macht. „Wir haben das Hoesch-Paneel mit den Maßen 400 x 2.100 mm eingesetzt und die Stoßfuge in einem 70er Raster verspringen lassen. Diese offene Stoßfuge spring so auch als Schattenfuge“, erklärt Architekt David Billstein. „Der visuelle Effekt sollte wie bei einem Steinformat, einer Klinkerfassade wirken. Wenn hier horizontal angebrachte Paneele im gleichen Farbton und ohne Schattenfuge eingesetzt worden wären, hätte es wie ein langgezogenes Band ausgesehen. Wir wollten den stärkeren Effekt.“

Für die besonders dynamische Ausdruckstärke der Hallenhülle, setzte das Kölner Architektenteam auf die speziell abgestimmten Siding-Plus-Farbtöne Evoshine matt-de-luxe grey 107 und 207, white 109, green 104 und blue 105, die so nur Hoesch Bausysteme anbietet. „Sport ist doch sehr lebhaft und agil. Die Frage war: Wie kann das über verschiedenfarbige Paneele dargestellt werden, ohne dass sich ein Rythmus in der Gestaltung bildet? Deshalb haben wir für die Farbverteilung auf der Gebäudehülle die eingesetzten Siding Plus-Elemente entsprechend ihrer jeweiligen Fläche und Farbgebung über Spalten und Zeilen in einem klassischen Tabellenkalkulationsprogramm angelegt. Per Formeleingabe und einer prozentual definierten Farbverteilung entstand eine Art kontrollierter Zufallsgenerator. Das haben wir einmal laufen lassen. Und dann haben wir gesehen – das ist absolut unregelmäßig, also perfekt“, erinnert sich David Billstein. Mit diesem gestalterischen Geniestreich und den starken Farben der Hoesch-Paneele entstand die außergewöhnliche Ästhetik der Fassade.

Zu schön für Graffiti
„Meine Nichte und mein Neffe gehen hier zur Schule und sie haben mir erzählt, dass die Schüler vom Ergebnis begeistert sind. Das war natürlich das schönste Lob“, freut sich der Architekt. „Die ansprechende Optik hat noch einen positiven Nebeneffekt. Wenn ein Gebäude außergewöhnlich aussieht, halten sich die Graffiti Künstler eher zurück. Und bisher war es auch so. Außerdem habe ich einen Bekannten, der bei der Kölner Grafittischutzabteilung der Abfallwirtschafstbetriebe tätig ist. Er hat mir bestätigt, dass sich Graffitis von den Metallpaneelen der Siding Plus gut entfernen lassen. Und die Unterkonstruktion des Hoesch-Systems ermöglicht es gerade auch im unteren Bereich eventuell mutwillig beschädigte Paneele relativ einfach auszutauschen. Also sind wir auch hier gut vorbereitet“, so David Billstein.

Variantenreich und kostensparsam mit Siding Plus
Für das optimierte Fassadendesign ist das vorgehängte hinterlüftete Fassadensystem Hoesch Siding Plus horizontal, vertikal, diagonal mit und ohne Schattenfuge einsetzbar. Als Bauelement, in unterschiedlichen Materialstärken, wahlweise aus Stahl (200 bis 800 mm) oder Aluminium (200 bis 400 mm) und in Sonderbaubreiten zwischen 120 und 900 mm, ist es durchdringungsfrei und schnell montiert. „Bei unseren ersten Planung waren zunächst Faserzementplatten angedacht aber die Stahlunterkonstruktion im oberen Bereich wäre viel zu teuer geworden“, erinnert sich David Billstein. „Dank der Siding Plus haben wir insbesondere durch ihre Leichtigkeit und die verkürzten schnellen Montagezeiten im Bereich des Hochbaus rund 20 % unter dem vorgegebenen Budget abgeschlossen. Das war schon eindrucksvoll. Und das Hoesch-Paneel zusammen mit den vorgefertigten Ecken ließ sich hervorragend mit verschiedenen Systemen und Untergründen kombinieren. Das hat die Umsetzung deutlich vereinfacht.“

Weitere Vorteile sind der Wärmebrückenarme Aufbau und die Beständigkeit der verbauten Hoesch Siding Plus. Denn anders als bei der Aufbringung durch Schraubsysteme kann sich das Material der vorgehängten Paneele bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen und Temperaturen bewegen. So bleibt es unbelastet und länger einsatzstark. Auch eine Verformung durch falsches Handling bei der Montage ist ausgeschlossen. Davor bewahren die Systemleiste und die darin vorgegebene Einpassung. So sind Nachhaltigkeit, Projektsicherheit und eine schnelle Montage gewährleistet.
David Billstein ist gemeinsam mit seinem Team stolz auf das gelungene Projekt. Und wer bei Köln über die A 59 Richtung Siegburg fährt, hat in Herbst und Winter gute Chancen den oberen Teil der außergewöhnlich gestalteten Turnhalle selbst zu bewundern.

Auf der Homepage von AIB Architekten Ingenieure Billstein finden Sie einen weiteren Projektbericht.

Zum Bericht

Bilder: (c) Architekten Ingenieure Billstein, Köln

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